Goldschatz aus der Tiefsee zurück in Spanien

Eine der letzten großen Taten, die man dem Ex-König Spaniens, Juan Carlos I anrechnen darf, ist wohl sein vehementes Eintreten für die untergegangenen Schätze des einstigen spanischen Kolonialreiches. Die Rede ist vom aus der Tiefsee hervorgeholten größten Schatzfundes aller Zeiten vom wohl berühmtesten Schiffswrack aus der Kolonialzeit – der Nuestra Señora de las Mercedes.Neben der wieder kürzlich wieder entdeckten Santa Maria von Kolumbus ist dieses Schiff vor allem deshalb berühmt, weil es so viel Gold aus Südamerika geladen hatte und weil Spanien in einem langen Aufsehen erregenden Rechtsstreit gegen ein kommerzielles Schatzsuchteam gewonnen hatte.

Spanien erkämpft sich sein Gold von amerikanischen Schatztauchern zurück

 

2007 barg das amerikanische Schatzsucherteam Odyssey Marine Exploration aus Florida die spanische Fregatte vom 1.100 Meter tiefen Meeresboden vor der portugiesischen Küste und wollte natürlich dessen Schiffsschatz (17 Tonnen Gold und Silber) behalten. Sonst hätte man das ganze Unternehmen gar nicht erst gestartet. Doch da hatte Spanien, der das Land vertretende König und namhafte Archäologen etwas dagegen.Schließlich war die Gold-Galeone auf dem Rückweg aus den Kolonien. Kurz vor dem Einlaufen in den Heimathafen Cadiz beschossen britische Kanonen die Fregatte und schickten sie mitsamt der 200 Mann starken Besatzung auf den Grund des Atlantiks.

Sieg der Wissenschaft über kommerzielle Interessen

Battle at sea 1804 when ship sunk
 

Das ist nun zwar 210 Jahre her, doch das Recht auf die Schiffsladung haben nun einmal nicht die Schatztaucher,sondern der Auftraggeber und rechtmäßige Besitzer des Schiffes, also Spanien. Das alles und noch viel mehr über dieses Tauziehen um den Goldschatz darf man im Nationalen Museum für  Unterwasserarchäologie ARQUA in Cartagena (Murcia) erfahren. Dorthin wurde nämlich ein Teil der kostbaren Schiffsladung - insgesamt 600.000 Münzen - gebracht. Seit Mai 2014 kann der rückeroberte Gold- und Silberschatz in Vitrinen frisch poliert und glänzend, bestaunt werden. Viele der Münzen sind im Laufe der Jahrhunderte zusammengeklebt und müssen von den Experten des Museums wieder getrennt und einzeln bearbeitet werden.

 Gold tobacco box

 

Suche nach Fundstätten am Meeresboden - Konservierte Geschichte

 

Das Museum widmet sich ausschließlich der Archäologie am Meeresboden –einzigartig in seiner Thematik und ungeheuer lehrreich. Während nämlich an Land Grabräuber und Schatzsucher der letzten Jahrtausende die meisten Zeugnisse der Vergangenheit in ihrer Suche nach Verwertbarem zerstört haben, sind viele Fundstätten unter Wasser noch so erhalten wie zum Zeitpunkt des Untergangs. Ganze versunkene Städte oder phönizische Handelsschiffe mitsamt Ladung können heute mit modernen Methoden unter Wasser gefunden, untersucht und analysiert werden. Amphoren werden auf Inhalte untersucht,persönliche Gegenstände von Schiffsbesatzungen sagen viel über die Lebensart aus, die da unter Sandschichten und zwischen Muschelbänken konserviert wurde. Diese Werte gilt es für die Nachwelt zu bewahren.

 

Treasure in the sea

US-Schatztaucher haben bei Bergung des Schiffs-Goldschatzes archäologischen Wert zerstört

 

Im Falle der Nuestra Señora de las Mercedes haben die Schatztaucher wohl einigen Schaden angerichtet, was den wissenschaftliche Verwertbarkeit der Fundstätte angeht. Da waren keine Archäologen am Werk, sondern Sporttaucher, die nach Gold für das börsennotierte Unternehmern und deren millionenschwere Auftraggeber suchten.Seit dem 29. Mai 2014 kann nun die kostbare Ladung des geborgenen Wracks im Museum ARQUA in einer extra frei geräumten Sonderabteilung dauerhaft bestaunt werden. Gold- und Silbermünzen, verklumpte Goldknöpfe einer Marineuniform,verbeulte auf Hochglanz polierte goldenen Schnupftabakdosen und andere Gegenstände aus Gold gehören zu den Artefakten.

Golden knobs from uniform 

Die Besucher können auf Tafeln lesen, wie der Schatz nach fünf Jahren währenden Verhandlungen am internationalen Gerichtshof 2009 zurück nach Spanien kam. Es schwingt eine Menge Stolz mit und ein wenig Genugtuung der Spanier, es in der Krise einem so erfolgreichen amerikanischen Unternehmen gezeigt und vor der ganzen Welt Recht gewonnen zu haben.

Die 17 Tonnen schwere Goldladung ist heute 350 Millionen Euro Wert

 

Spanien bezeichnete die Schatzsucher als “Piraten des 21. Jahrhunderts”, schließlich hatten die sich den größten Schatz eines gesunkenen Schiffes klammheimlich einverleibt. Das Unternehmen wollte den Fundort zunächst auch lange Zeit nicht preisgeben und bestand darauf, das Wrack in internationalen Gewässern gefunden zu haben.Nach dem Urteil ließ die spanische Luftwaffe die 17 Tonnen Gold aus den USA nach Madrid fliegen, von wo es nun in dasUnterwasserarchäologie-Museum nach Cartagena gebracht wurde Odyssey musste übrigens nicht nur die mehr als 350 Millionen Euro teure Ladung zurückgeben, sondern auch die Gerichtskosten von über eine Million Dollar zahlen. Beides ist geschehen und man darf davon ausgehen, dass sich die Schatztaucher mächtig auf die Nägel gebissen haben vor Wut.

Übrigens hatte auch Peru Ansprüche auf die Ladung erhoben, denn das Schiff sei mit Münzen beladen gewesen, die 1796 in der damaligen spanischen Kolonie geprägt worden waren. Das Kulturministerium Spaniens betrachtet die wiedererbeuteten Münzen als Teil des nationalen Erbes. Trotz Krise und Staatsschulden sollen sie keineswegs verkauft werden. Das nennt man spanischen Stolz!

 Gold treasure in museum Arqua

Informationen zum Museum ARQUA in Cartagena

Das direkt am Hafen der 1000 Jahre alten Küstenstadt Cartagena erbaute Museum wurde 2008 eröffnet und ist das Ergebnis einer langjährigen Forderung des spanischen Verbandes von Unterwasserarchäologen, die bedeutenden Funde von Spaniens Küsten in einer zentralen Ort ausstellen wollten.Schließlich besitzt Spanien mehr als 8.000 km Küste und jede Menge untergegangene oder von Erdverschiebungen verschluckte antike und frühzeitliche Städte und Schiffswracks.Dank moderner Kameratechnik und neuester technischer Methoden können heute immer mehr Funde auch direkt am Meeresboden untersucht werden.

Treasure Island in Andalusia 

Moderne Architektur und Fenster zum Mittelmeer

Die Architektur des Museums ist wie bei vielen modernenöffentlichen Bauten der jüngeren Zeit in Spanien, ein imposantes modernistisches Kunstwerk. Über eine sanft abfallende Rampe laufen Besucher quasi symbolisch wie Tauscher in die Tiefe unterhalb der Meeresoberfläche hinunter.Der Architekt Guillermo Vazquez Consuegra wollte mit seinem Bauwerk ein großes offenes ”Fenster zum Mittelmeer”schaffen. Schließlich ist das Mittelmeer das alles verbindende Element, wo die meisten der großen Kulturen Europas ihren Ursprung haben und nur durch dessen Beschiffbarkeite die einzigartige Entwicklung und Blüte durch Austausch dieser Kulturen möglich war. 

 

 National Museum of Underwater Archaeology in Cartagena

 

Das rund 6000 m2 große Gebäude besteht aus zwei Blöcken mit einem kompakten Prisma und in Zickzack verlaufenden hohen Hallen. Hier sind Schiffsrümpfe aufgehangen und Nachbauten von Schiffsquerschnitten frühzeitlicher Handelskähne, die noch ohne Verwendung von Metall, gebaut wurden.Diese Barken waren deenoch seetüchtig und wurden quer über das Mittelmeer navigiert. Man versteht, wie wichtig die clevere Lagerung und das Verstauen der Waren und des Gewichts im Schiffsbauch war.

Bedeutendste Fundstücke und Objekte des Museums

Dieältesten Artefakte sind Wrackteile eines unvollständig erhaltenen phönizischen Schiffes, das von den tauchenden Archäologen des Museums ganz in der Nähe beiMazarrónan der Playa de la Isla, untersucht wird. Dieser Strand und vor allem der Meeresboden gilt als die wichtigste Unterwasserausgrabungsstätte des westlichen Mittelmeerraumes.

 

Phoenician ship 

Die Reste eines zweiten Schiffes befinden sich noch an ihrem Fundort am Meeresboden, der komplett erfasst und katalogisiert wurde. Mitunter bleibt der wissenschaftliche Wert eines Fundortes besser geschützt, wenn man alles belässt wie es ist, statt es an die Wasseroberfläche zu holen, wo das Material schneller verfällt.

Weitere spannende Objekte sind 13 Elefantenstoßzähne aus phönizischer Zeit aus dem 7. bis 6. Jahrhundert v.Chr. - ein faszinierender Fund, der bezeugt, dass schon sehr früh zwischen Afrika und europäischen Stämmen gehandelt wurde. Gefunden wurden die Stoßzähne zusammen mit Amphoren, Geschirr und Metall(Zinnbarren) in einem Schiffswrack in Bajo de la Campana (Mar Menor,Murcia).

Ship displayed in Arqua Museum 

Ein anderes beeindruckendes Fundstück des Museums ist eine aus Bronze gegossene Hand aus dem 1. Jahrhundert n.Chr, die als Hand des Sabaziosbekannt ist. Die verkleinerte dargestellte Hand hat kultische Bedeutung und ist orientalischen Ursprungs. Die Gottheit Sabazios oder Sabadios wurde in der Hellenistischen Zeit in Kleinasien und später in weiten Teilen des Mittelmeerraums verehrt. Auch im römischen Mittelmeerhafen Carthago Nova, der alte Name des heutigen Cartagenas,war der Sabazios-Kult verbreitet, wie der Fund beweist.

Für wen ist das Museum ARQUA geeignet?

Das Archäologie-Museum ist unterhaltsam und modern eingerichtet und keineswegs nur für Archäologen oder Menschen mit wissenschaftlichem Interesse bestimmt. Zahlreiche einfach anzuwendende und verständliche interaktive Videospiele und an Bildschirmen abrufbare Dokumentationen mit schönen Grafiken geben Aufschluss über die rege Kultur in den alten Mittelmeerstädten. Man erfährt, wie und wo die spanische Küste von Phöniziern, Griechen, Römern oder Arabern besiedelt und beeinflusst wurde. Dazu muss man nicht unbedingt Spanisch sprechen. Die Fundstücke und Erklärungen sind auch auf Englisch beschriftet.

Das tägliche Leben in den alten Hafenstädten der Antike und ihre Verbindungen durch die Seefahrt lässt sich hier hervorragend nachvollziehen.

Cartagena - Roman Amphitheater 

Auch Kinder haben im Museum ihren Spaß und können sich mit unterhaltsamen Spielen und animierten Comics über die faszinierende Unterwasserwelt anregen lassen. Taucher und Geschichtsinteressierte oder Menschen, die sich generell für die Seefahrt interessieren, finden im Museum viel Anregung.Ein tolles Museum, das seine Besucher nicht unbeeindruckt über die alte iberische Kultur und auch die historische Bedeutung des alten phönizischen Hafens Cartagena besser verstehen und lebhaft nachempfinden lässt.

Öffnungszeiten und Adresse:

Mitte April bis Oktober:

Dienstag bis Donnerstag 10 bis 21 Uhr

Freitag und Samstag 10 bis 22 Uhr.

Sonn- und Feiertage 10 bis 15 Uhr.

ImWinter gelten abgespeckte Öffnungszeiten von Dienstag bis Samstag von 10 - 15:30 Uhr.

Montags und an lokalen Feiertagen geschlossen.

Infosüber Reservierungen(für Gruppen) unter: reservas.arqua@mcu.es

Eintritt:3 Euro

Freier Eintritt an Samstagen ab 14 Uhr, sonntags und zu nationalen Feiertagen.

Seeromantiker und Freunde des Museums (Spende vonnöten) haben stets freien Eintritt.

 

Adresse:

Paseo Alfonso XII, 22

30201 Cartagena

Murcia

Telefon:968 12 11 66 

Website des Museums ARQUA.

Wie kommt man am schnellsten nach Cartagena?

Die Hafenstadt liegt abseits der Küstenautobahn A-7 auf einem vorgestreckten Teil der Südostküste in Murcia. Der nächste Flughafen ist San Javier oder Alicante. Von Murcia aus braucht man etwas mehr als 1 Stunde nach Cartagena. Über die Mautautobahn AP-7 aus Andalusien kann man innerhalb von 1,5 Stunden aus Vera (Almería) die Stadt erreichen. In der Nähe von Cartagena befindet sich das BinnenmeerMar Menor das einen tollen langen Sandstrand und das ganze Jahr über warmes Wasser zu bieten hat.

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