Radfahren auf der Via Verde de la Sierra - Andalusien

Neue Radwege in Spanien: Entlang der Via Verdes

In Spanien gibt es mehr als 6.000 km alte und ungenutzte Bahngleise. Die meisten dieser Zugstrecken wurden zunächst als ehrgeizige Projekte gestartet und sind dann nie fertiggestellt, geschweige denn genutzt worden.

Vor dem Bürgerkrieg hatten Politiker die große Vision, ganz Spanien mit Eisenbahnlinien zu verbinden, sogar die kleinsten Dörfer sollten Anschluss bekommen. Doch der Krieg machte diese Pläne zunichte und danach sprach keiner mehr davon. Mehr als 40 Jahre lang sind die Bahnstrecken regelrecht verwahrlost.

 

Damit die Wege nicht wieder völlig zuwachsen, wurde 1993 das Programm Via Verdes (Grüne Routen) gestartet. Spanien orientierte sich damit an ähnlichen Projekten in England und den USA, wo Kommunen ihre stillgelegten Bahnstrecken in traumhafte Reviere für Radtouristen umgewandelt haben.

Das Ziel ist zuallererst, Menschen mit Interesse an umweltfreundlichem Landurlaub neue Freiräume zu schaffen und gleichzeitig bestehende Infrastruktur zu nutzen, so dass nicht so viel Geld für Wegebau ausgegeben werden muss. 

Die so entstandenen Via Verdes sind ideale Rad- und Wanderwege für die ganze Familie. Da sie entlang ehemaliger Bahnlinien verlaufen, sind die Strecken relativ gerade und es gibt nie steile Berge zu überwinden. Via Verdes sind flach, autofrei und herrlich ruhig zum Radfahren oder Wandern. Außerdem führen die aufregenden Strecken durch Tunnel, über Brücken und durch spektakulären Naturlandschaften

Fast alle Vias wurden asphaltiert, ordentlich ausgeschildert und sind auch von  Rollstuhlfahrern oder älteren Menschen bequem zu meistern. Die Längen der Wege variieren von 10 bis 200 km. Der einzige Nachteil - es gibt selten Rundwege, sondern nur eingleisige Strecken.

Via Verdes in Spanien - Naturliebhaber und Radfahrer sind begeistert

Seit mehr als 20 Jahren gibt es in Spanien nun schon das Programm Via Verdes. Es wird heute als riesiger Erfolg gesehen, denn jedes Jahr kommen Millionen von Urlauber, die außer Strandtourismus auch gern aktiv in der Natur sein und das Hinterland erkunden wollen. Das geht mit dem Rad auf alten Bahnstrecken gefahrloser als auf vielbefahrenen Straßen.

Inzwischen gibt es im ganzen Land ein Streckennetz von mehr als 2.400 Kilometern Via Verdes. Insgesamt sind das 110 Routen, aus denen man wählen kann! Auch die alten Bahnhöfe wurden wiederbelebt - 98 Bahnhöfe sind zu Museen, Restaurants, Leihstationen für Räder oder sogar Schwimmbäder umgebaut worden.

Die beliebtesten Via Verdes befinden sich in der Provinz Girona, wo allein im Jahr 2012 mehr als 1,5 Millionen Touristen die Strecken zum Wandern oder Radfahren nutzten.

 

Via Verde de la Sierra in Cádiz

Eine der schönsten Via Verdes liegt in der südlichsten Ecke von Spanien nahe Sevilla und Ronda. Auf 36 Kilometern geht es nördlich von Grazalema auf dem grünen Weg Via Verde de la Sierra durch die wunderschönen Berge in der Sierra de Cadiz.

Der Wanderweg wurde im Jahr 2009 als der beste "Grüne Weg" in Europa prämiert. 2013 kam eine weitere in Spanien begehrte Auszeichnung der Tourismusbehörde für "Exzellenz" hinzu. Pro Jahr sind mehr als 100.000 Aktivurlauber und Einheimische auf dem Via Verde de la Sierra unterwegs, denn die zauberhafte Landschaft, Stille der Berge und die besondere Atmosphäre in den Dörfern ist ganz einzigartig.

Der Weg beginnt am alten Bahnhof des Dorfes Puerto Serrano und führt durch die Gemeinden Olvera, Coripe, Montellano, El Coronil und Pruna.

Tunnel, Brücken, atemberaubende Landschaft

Die Strecke ist spektakulär und führt durch einige der schönsten und unberührtesten Landschaften Andalusiens. Man radelt durch lange und kurze Tunnel, überquert Brücken und Viadukte, fährt durch üppige Täler, Korkeichenwälder, entlang an Flussufern und durch herrliche Wiesen und Felder. Die Landschaft wird von Bauern genutzt, aber der Radweg führt auch durch Naturschutzgebiete, wo keine Menschenseele zu sehen ist.

Auf der gesamten Strecke gibt es 30 Tunnel - von denen der längste über 900 m lang ist. Die meisten dieser ins Gestein gehackten Tunnel sind beleuchtet, aber nicht alle. Es ist ratsam, eine gute Taschenlampe mitzubringen oder wenigstens Fahrradlampen an den Rädern zu haben.

Auf der gesamten Route überquert man vier Viadukte. Das größte ist das Viaducto de Coripe mit 237 Metern Länge. Die stillgelegten Bahnhöfe in Olvera, Coripe und Puerto Serrano entlang der Strecke wurden in kleine Hotels mit Restaurants umgewandelt. Hier kann man direkt am Radweg schlafen und seine Tour starten oder beenden. Diese Bahnhöfe bilden die einzigen Orte entlang der Strecke, wo man mit dem Auto direkt hinfahren kann.

Peñón de Zaframagón und der Chaparro de la Vega

Die beiden interessantesten landschaftlichen Höhepunkte sind das Naturschutzgebiet Peñon de Zaframagón und der Chaparro de la Vega, ein geschütztes Naturdenkmal. Der Peñon de Zaframagón ist ein gigantischer Felsen, der etwa auf der halben Strecke des Via Verde, an den Ausläufern der Sierra de Grazalema in die Höhe ragt.

Hier radelt man direkt an der Grenze zwischen den andalusischen Provinzen Sevilla (Coripe) und Cádiz (Olvera) entlang. In dem Gebirge befindet sich eine der größten Brutkolonien von Gänsegeiern (Gyps fulvus) in Europa.

Die bergige Region ist ein ornithologisches Paradies, wo sich viele seltene Vogelarten wie Bienenfresser (Merops apiaster), Schlangenadler (Circaetus Gallius), Schmutzgeier (Neophron percnopterus), Eulen (Bubo bubo), Rötelfalken (Falco naumanni), Graureiher (Ardea cinerea) und die hier kaum vermuteten Eisvögel (Alcedo atthis) wohlfühlen. 

Neben dem Bahnhof von Zaframagón gibt es ein Besucherzentrum, wo ein Posten für Vogelbeobachtung aufgebaut wurde. Naturfreunde haben zwei Digitalkameras in den Bergen installiert, so dass die Besucher per Webcam einen Blick in die Nistplätze der Raubvögel werfen können. Das Zentrum soll angeblich täglich geöffnet sein (leider nicht als wir da waren).

Öffnungszeiten: 10 bis 16 Uhr.

Eintritt: 2 € pro Erwachsener und 1 € für Kinder.

Es ist besser vorher anzurufen, vor allem wenn der Besuch in die Siestazeit zwischen 14 und 16 Uhr fällt.

Telefon: +34 956 136 372 oder 638 280 184.

 

Entlang der Strecke gibt es aber noch weitere Naturwunder zu bestaunen, wie den uralten Eichenbaum Chaparro de la Vega. In keinem Reiseführer fehlt diese majestätische Steineiche, die mehr als 200 Jahre alt ist und deren Krone einen Umfang von mehr als 28 Metern hat.

 

Foto: El Pantera

 

Um den altehrwürdigen Baum nicht zu verpassen, sollte man nach dem Bahnhof Coripe auf Schilder am Wegesrand achten. Es führt ein kleiner Pfad bis zum Baum. Der Chaparro de la Vega wurde zu einem Naturdenkmal in Andalusien erklärt. 

Radverleih und Tipps für die Via Verde de la Sierra

Die meisten Radfahrer starten ihre Tour im Dorf Olvera und fahren bis nach Puerto Serrano und dann zurück. Der Radverleih Sesca befindet sich gleich am Startpunkt des Via Verde. Man kann alle Arten von Mieträdern ausleihen wie Kinderräder, Anhänger, Tandems, Dreiräder für Erwachsene und E-Bikes. Es sind auch Kindersitze oder Anhänger für Kleinkinder verfügbar.

Die Preise starten bei 12 Euro/Tag pro Rad. Räder können auch online per E-Mail über die Webseite reserviert werden.

Wer seine Kraft ein wenig einteilen will, sollte daran denken, dass die Strecke eine leichte Neigung hat. Wenn man in Olvera mit der Tour beginnt, wird der Rückweg hinauf nach Puerto Serrano anstrengender als der Hinweg. Es gibt zwar keine steilen Berge zu überwinden, doch auf Dauer spürt man das stete Gefälle in den Muskeln. Gerade kleine Kinder könnten langsamer werden und brauchen einige Pausen. 

Es gibt aber auch die Möglichkeit, den Weg auf der Hälfte der Strecke abzukürzen, indem man das Dorf Coripe als Startpunkt auswählt. Von hier aus sind die Höhepunkte und schönsten Landschaften der Route leicht zu erreichen.

Allerdings ist das Ausleihen von Rädern in Coripe etwas schwieriger, da es nur 100 Räder gibt und Hotel- und Restaurantgäste ein Vorrecht auf Mieträder eingeräumt wird. 

Der Radverleih heißt Coriperural und kann auch telefonisch erreicht werden.

Telefon: +34 955 858 675 oder 655 526 716

Webseite

 

Falls man unterwegs schlapp macht oder die Tour doch nur in eine Richtung machen möchte, kann man sich auch mit dem Taxi zurück zum Startpunkt des Weges fahren lassen. Radverleih Sesca (siehe oben) bietet diesen Service an.  Die Tour kostet vier Personen von Coripe oder Puerto Serrano und zurück 45 € inklusive Radmiete. Bei Gruppen von 7 Personen kostet das Paket 50 €. Man sollte vorher alles am Telefon absprechen. 

In jedem Fall lohnt sich ein solcher Ausflug für die ganze Familie !!

Mehr Informationen zu dieser Tour und Fotos kann man im G-plus Fotoalbum von Spain Holiday sehen. Viel Spaß!

Informationen über weitere Via Verdes in Spanien

Rollstuhlgerechte Wanderwege

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Radtourismus in Andalusien

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Küstenweg Playa Sombrerico

Video Radwege in Andalusien

 

Karte: Via Verde de la Sierra

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