La Sagrada Familia in Barcelona - Gaudís Kathedrale

Manche halten sie für die schönste Baustelle der Welt, andere für ein Meisterwerk, obwohl sie noch nicht einmal fertig ist. Die Kathedrale Sagrada Familia (Heilige Familie) in der katalanischen Hauptstadt steht ganz oben auf der Liste der Sehenswürdigkeiten für Stadttouristen, die nach Barcelona kommen.

Das Bauwerk ist wirklich beeindruckend, nicht nur wegen seiner Größe, sondern vor allem wegen seiner avantgardistischen Architektur, die das Genie seines Erfinders Antonio Gaudí beweist. Stundenlang möchte man vor den Baugerüsten und den daraus emporragenden Türmen stehen und sich in den Details verlieren.

Kommen Sie mit uns nach Barcelona und schauen Sie sich das meistbesuchte Bauwerk in Spanien an: Die Sagrada Familia!

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Sagrada Familia - Barcelona, Katalonien (Spanien

Geschichte des Kathedralenbaus

Auf Spanisch heißt die Kathedrale Templo Expiatorio de la Sagrada Familia, was sich wörtlich mit "Sühnekirche der Heiligen Familie" übersetzen lässt. Der Baubeginn für die gigantische Kathedrale im Stadtteil Eixample war offiziell am 19. März 1882. Doch wie es so ist mit Großbaustellen, kommt immer etwas dazwischen und die eigentlichen Arbeiten begannen erst am 25. August 1883.

Ursprünglich war nicht Gaudí, sondern der Architekt Francisco de Paula del Villar für das Projekt zuständig. Er entwarf den Kathedralenbau im katalanischen Stil, der damals modernen Neugotik. Es sollte eine dreischiffige Kirche mit den typischen Elementen der gotischen Architektur entstehen. Fenster mit Lichtschächten, Außenpfeiler und hoher spitz zulaufender Turm sollten gebaut werden.

Letztlich wurde das Projekt Ende des Jahres 1883 an Antonio Gaudí übertragen, der damals 31 Jahre jung war und frischen Wind in die Kirchenarchitektur brachte. Nur dank seiner Kreativität und Unverfrorenheit, ist der Kathedralenbau jetzt schon berühmt in der ganzen Welt geworden. Barcelona hat sich mit dem Lebenswerk des Meisters der modernistischen Architektur ein echtes Markenzeichen erschaffen. 

Von 1883 bis zu seinem Tod im Jahr 1926 arbeitete Gaudí hart, um das Projekt voran zu treiben. Mit dem sakralen Tempelbau sollte ein universelles Meisterwerk entstehen, worin alle Symbole des Christentums vereint sind.  

La Sagrada Familia ist eine Sühnetempel, das heißt, die Kirche wurde als Zeichen der Wiedergutmachung für die Sünden gegen Gott und die Gesetze der Kirche erschaffen. Die Finanzierung des kostspieligen Meisterwerks wird aus Spenden von Förderern und Besuchern gestemmt. Das ist einer der Gründe, warum es so langsam vorangeht. 

Gaudí hat einmal gesagt: "Die Sühnekirche der Sagrada Familia wird von den Menschen gemacht, die sich darin widerspiegeln. Es ist ein Werk, das in den Händen Gottes liegt und vom Willen der Menschheit abhängt." In Barcelona wird Gaudí deshalb auch als der Architekt Gottes bezeichnet. 

Die persönliche Spiritualität des Architekten beeinflusste den Bau enorm, denn für Gaudí war die Natur die wichtigste Lehrmeisterin. Das spiegelt sich in fast allen Formen und Details der Kathedrale wider.

Eine Kirche, an der die ganze Welt mitbaut

Bis heute wird also an der Kathedrale gebaut, und wer will, kann sich per Spende daran beteiligen. Man kann einen einzelnen Stein finanzieren oder auch große Summen spenden.

Die Fertigstellung ist für das Jahr 2026 geplant - ein symbolisches Datum! Denn die Kathedrale soll zum hundertjährigen Todestag Antonio Gaudís festlich eingeweiht werden. Aus aller Welt werden die noch Sponsoren und Freunde der Stadt Barcelona und ihres einzigartigen Bauvorhabens anreisen. 

Wer sich selbst verewigen und den Bau der Kathedrale unterstützen will, kann hier spenden. Aber auch über das Eintrittsgeld wird die Kathedrale finanziert. Hauptsponsoren sind katholische Kirchengruppen und Japaner. 

Hier ist ein Video mit Animation, in dem erklärt wird, wie die Sagrada Familia aussehen wird, wenn sie fertig ist.

Das Baukunstwerk

Gaudí war sich bewusst, dass der Bau der Sagrada Familia Jahrhunderte dauern würde. Deshalb schlug er vor, zunächst die Vorderseite fertig zu stellen. Damit konnte die Generation an Bauarbeitern, die die Arbeit begonnen hatte, immerhin schon ein paar Resultate erkennen. Gleichzeitig sollten künftige Generationen inspiriert werden, die begonnene Arbeit fortzusetzen.

Zunächst hatte Gaudí Modelle für die drei wichtigsten Teile entworfen: das Mittelschiff, die Sakristei und die Fassade der Herrlichkeit. Diese Architekturvorlagen wurden auch für spätere Bauten wie die weiterführenden Gänge und die Zentraltürme verwendet.

Die Sagrada Familia von Außen

  • Fachada del Nacimiento

Die Geburtsfassade (Fachada del Nacimiento) symbolisiert, wie der Name schon sagt, die Geburt von Jesus. Sie wurde zwischen 1894 und 1930 erbaut und ist der einzige Bereich der Kathedrale, den Gaudí noch zu Lebzeiten fertigstellen konnte.

Die Geburt Jesus Christus als Symbol des Lebens und der Schöpfung ist auf der Fassade dargestellt. Überall sind üppige Verzierungen aus Tieren und Pflanzen zu sehen, die sich zu einem symbolischen Baum des Lebens vereinen. 

Die Geburtsfassade ist nach Osten ausgerichtet (Nordosten, um genau zu sein) und besteht aus drei Portalen, die die theologischen Tugenden darstellen: Die Hoffnung auf der linken Seite, Der Glaube auf der rechten und und das Tor der Gnade mit der Tür von Jesus und dem Baum des Lebens. Die Fassade ist von vier Türmen eingefasst, worin sich Glocken befinden, die den Aposteln Matthäus, Judas Thaddäus, Simon Zelotes und Barnabas gewidmet sind.

 

 

Geburtsfassade der Sagrada Familia, Barcelona - Katalonien (Spanien)

  • Fachada de la Pasión

Mit dem Bau der Fassade des Leidens (Fachada de la Pasión) wurde im Jahr 1954 angefangen und die gestalterischen Arbeiten im Jahre 1976 abgeschlossen. Dies war die zweite Fassade, die noch nach Originalzeichnungen von Gaudí gestaltet wurde.

Ihr Name trägt symbolische Bedeutung. Es geht um die Passion Jesus und seinen Schmerz und die Qualen, die er bei seinem Tod erleiden musste. Die Gestaltung ist deshalb einfach, streng und recht schmucklos aus nacktem Stein gehalten.

Im Vergleich zur Geburtsfassade fehlen hier jegliche Elemente der Lebensfreude - es gibt weder tierische oder florale Ornamente. Die Fassade vermittelt das Gefühl des irreversiblen Verlustes durch den Tod. Aus christlicher Sicht stellt der dramatisch inszenierte Portikus (Eingangshalle) das Opfer von Jesus, das er den Menschen mit seinem Tod gebracht hat.

Leidensfassade der Sagrada Familia, Barcelona

  • Fachada de la Gloria

Die Fassade der Herrlichkeit (Fachada de la Gloria) ist die größte und wichtigste Vorderseite der Kathedrale, die den Zugang zum Mittelschiff der Basilika bildet. Die Bauarbeiten begannen erst im Jahr 2002 und dauern noch an. 

Weil dies die Hauptfassade ist, hat Gaudí eine große Außentreppe konzipiert, über die man in das Innere der Kirche feierlich eintritt und sich dabei etwas Zeit lassen muss. 

Die Fachada de la Gloria wird so genannt, weil sie die Stellung des Menschen in der kosmischen Ordnung der Schöpfung darstellt: seinen Ursprung, seine Sorgen und Nöte, seine Wege, die er zur Erkenntnis und Weisheit bis zum Ende gehen muss.

Wie die anderen Fassaden auch, besteht die Hauptfassade aus drei Eingängen (ein Hauptportal der Gnade und zwei Seitenportale, die der Hoffnung und dem Glauben gewidmet sind). Diese Fassade stellt den Aufstieg Jesus Christus in den Himmel dar, wo er letztlich zur Rechten des Vaters seinen Platz findet.

Weil Gaudí wusste, dass er zu Lebzeiten den Baubeginn dieser Phase des Projekts nicht mehr erleben wird, entwarf er noch ein paar Modelle für die Fassade. Darin wurden vor allem die Symbole festgelegt, die Gaudí wichtig waren: Tod, Jüngstes Gericht und Ruhm, und Hölle, für jene, die vom göttlichen Weg abweichen.

Es müssen noch vier Glocken gegossen werden, die den Aposteln Andreas, St. Peter, St. Paul und St. Jakobus dem Älteren gewidmet werden.

Das Innenleben der Sagrada Familia

Schon von Außen ist die Sagrada Familia ein phänomenales Kunstwerk. Doch ihr Inneres ist ein ganz besonderes Erlebnis der Sinne mit regelrecht hypnotischer Wirkung. Die Größe, unfassbare Gewölbehöhe und das von oben hereinfallende Licht in die Kathedrale sind überwältigend. Man erkennt, das dieses Bauwerk der Jahrhunderte ein echtes Meisterwerk und außerhalb jeder Norm ist.

Ähnlich wie Außen wurde der Innenraum mit Bedacht gestaltet, wobei jedes Detail eine tiefe religiöse und symbolische Bedeutung erhält. Die Dekorationen sind auf der Grundlage der Evangelien und dem Buch der Apokalypse entstanden.

Innenansicht der Sagrada Familia, Barcelona - Katalonien (Spanien)

Das Innere der Sagrada Familia ist stark geprägt vom persönlichen Stil von Gaudi, der sich von den Formen der Natur inspirieren ließ. Um die im Kirchenbau üblichen gotischen Strebepfeiler zu vermeiden, erfand er Säulen in Form von riesigen Baumstämmen. Diese Baumsäulen sind an ihren oberen Enden verzweigt und gehen als geschwungene Ästen in das Deckengewölbe kunstvoll über. Es sieht so aus, als würde das hier 75 m hohe Gewölbe der Kathedrale dem Himmel über einem Wald gleichen. 

Obwohl die Kirche modernistisch ist, hat der Grundriss der Sagrada Familia doch die Form eines klassischen Lateinischen Kreuzes. Das heißt, es gibt ein Schiff mit fünf Seitenschiffen (Kirchenschiff zur Stabilisierung von zwei Seiten flankiert).

Das fünfschiffige Langhaus weist gen Südosten und ist bis zur Apsis im Norden ungefähr 90 Meter lang. Es ist 45 Meter breit (Hauptschiff 15 m, vier Seitenschiffe je 7,5 m). Das kürzere dreischiffige Querhaus ist 60 Meter lang und hat eine Breite von 30 Metern. Die Kirche wird fast vollständig von einem Kreuzgang umgeben.

 

Innenansicht der Sagrada Familia, Barcelona - Katalonien (Spanien)

Die Sagrada Familia in Zahlen

  • 14.000 Menschen finden in der Sagrada Familia Platz
  • 4.500 m² Fläche

  • 170 m hoher Hauptturm zu Ehren Jesus (der höchste Kirchturm der Welt)

  • 12 Glocken, die den 12 Aposteln Jesus entsprechen

  • 120 Meter lang und 90 Meter breit = so groß wie ein Fußballfeld

  • Mehr als 2,5 Millionen Besucher pro Jahr

  • Tragischer Tod von Antoni Gaudí und letzte Ruhestätte in der Krypta

Was viele nicht wissen, der Architekt ist am Ort seines Lebenswerkes in der Kathedrale bestattet. In der Krypta der Sagrada Familia wurde Antoni Gaudí mit der Einwilligung des Pabstes in der Kapelle der Heiligen Jungfrau vom Karmel („Verge del Carme“) bestattet. Er war am 7. Juni 1926 auf dem Weg zur Baustelle der Sagrada Familia von einer Straßenbahn erfasst worden. 

Praktische Informationen

Öffnungszeiten der Sagrada Familia

  • Von Novembre bis Februar von 9 bis 18 h.
  • April bis September von 9 bis 20 h.
  • Oktober bis März 9 bis 19 h.
  • Am 25. und 26 Dezember und 1. und 6. Januar von 9 bis 14 h.

Die Kasse schließt 15 Minuten vor Ende der Besuchszeit.

Es gibt verschiedene Eintrittspreise und Angebote:

  • Sagrada Familia mit Führung: 19,50 €
  • Sagrada Familia mit Führung und Turmbesuch: 24 €
  • Sagrada Familia mit Audioguide: € 19,50
  • Sagrada Familia mit Audioguide und Turmbesuch: 24 €
  • Sagrada Familia und Türme: 19,50 €
  • Sagrada Familia + Gaudi-Museum (Parc Guell): 18,50 €
  • Sagrada Familia: 15 €
  • Gaudi-Museum (Parc Guell): 5,50 €

La Sagrada Familia ist das meistbesuchte Gebäude in Spanien. Es ist ratsam, die Tickets online zu kaufen, um lange Wartezeiten am Schalter zu vermeiden.

Wer ein Freund und Förderer des historischen Kathedralenbaus werden möchte, kann sich online als Freund (Amic) der Sagrada Familia registrieren. Für 36 Euro im Jahr gibt es allerhand Vergünstigungen und freien Eintritt. Das gilt jedoch nur für Residenten Spaniens.

Ebenfalls freien Eintritt haben Kinder unter 10 Jahre, Behinderte (ab 65%) mit Begleitperson. 

Lage, Anfahrt und Karte

Die Sagrada Familia befindet sich im Zentrum von Barcelona (| E 2º 10 '486 "24' 283 'N 41º), in der Carrer de Mallorca, Nr. 401.

Sie ist leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und von fast überall von Weitem zu sehen, denn die Türme überragen die Stadt.

Metro: L5 und L2

Busse: 19, 33, 34, 43, 44, 50, 51, B20 und B24.

 

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